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Ernährung bei Krebs: Nahrungsmittel, die Heilung und Linderung unterstützen

Krebs gilt vielen als unheilbar. Noch heute gilt, dass Tumoren bestimmter Krebsarten unwiderruflich zum Tod führen. Die moderne Krebsforschung hat gezeigt, dass nahezu jeder Mensch die Anlagen für die Ausbildung eines Tumors in sich trägt. Wir wissen heute aber auch: Ob die Krankheit ausbricht oder nicht, hängt in Teilen von der Lebensweise und der Ernährung ab. Wer an Krebs erkrankt ist, kann den Heilungsprozess mit der richtigen Ernährung positiv beeinflussen, Schmerzen lindern oder die Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie reduzieren.

Was ist Krebs, wie entsteht ein Tumor?

Bei einer Krebserkrankung verändern sich körpereigene Zellen. Sie vermehren sich unkontrolliert, werden bösartig und zerstören gesundes Gewebe. Die Vermehrung der Krebszellen führt zur Bildung von Geschwülsten, den Tumoren. Diese können gutartig oder bösartig sein. Nur die bösartigen Tumoren werden als Krebs bezeichnet. Hinweis: Etwa jeder vierte Einwohner der Schweiz erkrankt in seinem Leben an Krebs. Durchschnittlich kann durch Fortschritte in der Onkologie-Forschung und moderne Verfahren der Diagnostik fast jede zweite Krebserkrankung geheilt werden.

Können Fleisch, Milch, Zucker oder Alkohol die Entstehung bestimmter Krebsarten fördern?

Grundsätzlich gibt es kaum ein Nahrungsmittel, das die Entstehung von Krebs direkt verursacht. Entscheidend für die krebserregende Wirkung sind die Menge und die Häufigkeit der Aufnahme.

  1. Zucker: Otto Warburg, berühmter Mediziner und Nobelpreisträger, entdeckte bereits 1924 den Zusammenhang zwischen der Entstehung bösartiger Tumoren und Zucker. Wissenschaftliche Studien haben die Aufnahme zuckerhaltiger Nahrungsmittel als Risikofaktor für Krebs bestätigt. Fachärzte für Onkologie raten zu mässigem Zuckerkonsum.
  2. Fleisch: Seit Jahren steht Fleisch im Verdacht, Krebs auszulösen. Unverarbeitetes rotes Muskelfleisch (Rind, Schwein, Pferd, Ziege, Schaf) wurde von den Forschern als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Verarbeitetes Fleisch, das durch Salzen, Pökeln, Fermentieren oder Räuchern haltbar gemacht wurde, wird sogar als „krebserregend“ bezeichnet. Mediziner raten, nicht mehr als 500 Gramm Fleisch pro Tag zu verzehren. Hinweis: Grillen macht Spass und gegrilltes Fleisch schmeckt gut. Vermeide aber das Verkohlen des Grillgutes. Die schwarzen, verbrannten Stellen stehen im Verdacht, das Risiko für Darmkrebs zu erhöhen.
  3. Alkohol: Mediziner empfehlen, den Alkoholkonsum zum Schutz vor Krebs und anderen Erkrankungen drastisch zu reduzieren. Studien zufolge kann Alkohol die Entstehung von Tumoren in Mund, Rachen, Speiseröhre, Magen, Leber und der weiblichen Brust fördern.
  4. Milch: Schon Kinder lernen, dass Milch gesund ist. Aktuell mehren sich jedoch die Hinweise, dass das in der Milch enthaltene Kalzium die Entstehung bestimmter Krebsarten fördern kann. Belegt ist bisher eine Verbindung zwischen dem Milchkonsum und der Entwicklung von Prostatakrebs. Zusammenhänge zur Entstehung weiterer Krebsarten sind nicht ausreichend bewiesen. Das tägliche Glas Milch kann aber vor Dickdarmkrebs schützen. Als Empfehlung gilt, nicht mehr als 1,25 Liter Milch pro Tag zu geniessen. Hinweis: Übergewicht, mangelnde Bewegung und Rauchen sind bewiesene Risikofaktoren für Krebserkrankungen!

Wie kann die Ernährung einer Gewichtsabnahme bei Krebs entgegenwirken?

Krebspatienten haben häufig mit Unter- oder Mangelernährung zu kämpfen. Als Ursachen gelten:

  • Stoffwechselstörungen
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Geschmacks- und Geruchsstörungen
  • Schluckstörungen
  • Folgen der Operation

Ein guter Ernährungszustand kann den Erfolg einer Therapie begünstigen und Nebenwirkungen reduzieren. Versuche, dein Gewicht während einer Krebstherapie zu halten.

Welche Ernährung reduziert Nebenwirkungen der Strahlen- oder Chemotherapie?

Die Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapien sind individuell verschieden. Patienten, die keine akuten Nebenwirkungen feststellen, sollten sich gesund und abwechslungsreich ernähren und das Essen geniessen. Hier einige Tipps für eine ausgewogene Mischkost:

  • Iss mehrere kleine Mahlzeiten am Tag.
  • Iss langsam, kaue sorgfältig.
  • Versuche, Gemüse und Obst in deinen Speiseplan zu integrieren.
  • Verzichte auf blähende Nahrungsmittel.
  • Vermeide Süssigkeiten und zuckerhaltige Getränke.
  • Trinke wenig oder keinen Alkohol.

Bei vielen Krebspatienten führen Übelkeit und Erbrechen während der Therapie zu enormen Einbussen der Lebensqualität. Wir empfehlen, gemeinsam mit dem behandelnden Facharzt für Onkologie einen Ernährungsplan aufstellen. Ziel ist, eine Ernährungsform zu finden, die dich mit den wichtigsten Nährstoffen versorgt und schmeckt. Zur Sicherstellung der Nährstoffversorgung bei Durchfall und Erbrechen können die Mahlzeiten mit dem Kohlenhydratkonzentrat Maltodextrin angereichert werden. Energiereiche Zwischenmahlzeiten, sogenannte Astronautenkost, beugen der Gewichtsabnahme vor. Für Patienten, die an Übelkeit und Erbrechen leiden, empfehlen wir:

  • leichte Kost
  • langsame Nahrungsaufnahme
  • Verzicht auf gewürzte oder geruchsintensive Speisen

Welche Ernährung hilft bei Appetitlosigkeit, Geschmacksveränderungen und Geschmacksverlust?

Einige Krebsarten bewirken Veränderungen oder den Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns. Häufig tritt Appetitlosigkeit auf. Unsere Tipps:

  • Iss mehrmals am Tag kleine Portionen.
  • Iss das, was dir schmeckt.
  • Vermeide stark gewürzte Speisen.
  • Ein Spaziergang vor dem Essen regt den Appetit an.

Welche Ernährung wird von Fachärzten für Onkologie bei Schmerzen im Mund- und Rachenraum empfohlen?

Krebsarten des Mund- und Rachenraums sowie der Speiseröhre führen zu Schmerzen bei der Nahrungsaufnahme. Vorübergehend kann Säuglingsnahrung helfen. Unsere Tipps:

  • Püriere deine Speisen.
  • Vermeide salzige und stark gewürzte Speisen sowie säurehaltiges Obst.
  • Achte darauf, Speisen und Getränke nicht zu kalt oder zu heiss aufzunehmen.
  • Bevorzuge Getränke ohne Kohlensäure.

Gibt es eine Krebsdiät?

Medizinische Studien haben den Einfluss der Ernährung auf die Entstehung von Krebs gezeigt. Dennoch ist bis heute keine Ernährungsform bekannt, die die Entstehung von Krebs verhindern kann oder bei Tumorpatienten zu einer sicheren Heilung führt. Bei Werbung für sogenannte Krebsdiäten ist Vorsicht geboten! Sprich besser mit deinem Arzt über die für dich geeignete Ernährung.

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