Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

>
Ratgeber-Übersicht
>
Phenylalanin: essenzielle Aminosäure gegen seelische und körperliche Belastung

Phenylalanin: essenzielle Aminosäure gegen seelische und körperliche Belastung

Phenylalanin zählt zu den neun essenziellen Aminosäuren, die dein Körper als Baustein für Muskulatur, Haut und Nerven braucht. Dein Organismus kann Phenylalanin nicht selber herstellen, es kommt nur minimal im Blutplasma vor. Du musst es also mit der Nahrung aufnehmen. Deine Leber baut daraus Tyrosin, das für die Hormonbildung und Nervenbotenstoffe (Neurotransmitter) benötigt wird. Je mehr Stress du hast, umso mehr Phenylalanin brauchst du. Es kommt praktisch in allen eiweisshaltigen Lebensmitteln vor. Bildet dein Körper aufgrund fehlender Enzyme kein Tyrosin, leidest du an Phenylketonurie. Hier erfährst du Wissenswertes zun Phenylalanin und was bei Phenylketonurie zu tun ist.

Warum ist die Aminosäure Phenylalanin essenziell?

Manche Aminosäuren sind notwendige Eiweiss-Bausteine, die dein Organismus aber nicht selbst aufbauen (synthetisieren) kann. Du musst sie mit der Nahrung aufnehmen. Daher werden sie als essenziell bezeichnet. Phenylalanin gehört zu den neun essenziellen Bausteinen. Du brauchst es zur Synthese von Tyrosin. Nur eine geringe Menge von etwa zehn Milligramm pro Liter fliesst in deinem Blut. Der Baustein kommt in unterschiedlichen Formen vor:

  1. L-Phenylalanin: natürlicher Baustein in eiweissreichen Nahrungsmitteln
  2. D-Phenylalanin: künstlich hergestellt
  3. DL-Phenylalanin: Kombination aus den anderen Formen

Was macht Phenylalanin im Körper?

Phenylalanin ist ein wichtiger Baustein für Tyrosin, das in der Leber synthetisiert wird. Es ist damit unerlässlich als

  • Grundbaustein für Eiweisse (Muskeln, Sehnen, Bänder)
  • Hormonbildung (Schilddrüse, Insulin)
  • Botenstoff im Gehirn (Neurotransmitter): Durch ihn entstehen Adrenalin, Noradrenalin, Beta-Endorphin, Dopamin
  • Pigmentbildung: Aufbau von Melanin (Farbstoff) in Haut und Haaren
  • Zellschutz: Tyrosine wirken wie Fettsäuren (Omega 3) als Antioxidantien

Tyrosin ist demnach für dein körperliches und seelisches Wohlbefinden zuständig. Es regelt deine Motivation und Stimmungslage.

Wozu führen Stress und Fehlernährung?

Nimmst du nicht genügend Phenylalanin zu dir, kann das zu einem Phenylalaninmangel führen. Risikofaktoren sind dabei körperliche und psychische Belastung sowie Erkrankungen der Leben und des Magen-Darm-Traktes. Symptome können sein:

  • Appetitmangel
  • Depressionen
  • Energiemangel
  • Muskelzittern
  • Pigmentstörungen (Vitiligo)
  • Reizbarkeit
  • Schwächegefühl

Ernährst du dich ausgewogen und vernachlässigst du die Eiweisszufuhr nicht, tritt in der Regel kein Phenylalaninmangel auf. Andererseits kann eine Fehlernährung zur Überversorgung mit Phenylalanin führen. Für den gesunden Menschen ist sie ungefährlich, da es einfach über die Nieren ausgeschieden wird. Gefährlich kann ein hoher Phenylalaninspiegel nur für Personen werden, die an Phenylketonurie (Ursache ist eine anormale Genstruktur) oder Schizophrenie leiden oder Leberschäden haben.

Wie hoch ist der Bedarf an Phenylalanin im Körper?

Die WHO empfiehlt eine Tagesdosis von 14 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht an Phenylalanin. Bei körperlicher Anstrengung kann sie höher liegen. Dennoch solltest du nicht über einen längeren Zeitraum überdosieren. Wie viel Phenylalanin im Nahrungsmittel enthalten ist, erfährst du auf dem Etikett.

Warum ist eine Ernährungssupplementierung mit DL-Phenylalanin umstritten?

Eiweiss-Bausteine sind beliebt in Nahrungsergänzungsmitteln. Sie sollen positive Effekt haben auf

  • Immunabwehr
  • Leistungsfähigkeit
  • Muskelaufbau
  • Regenerationsfähigkeit

Phenylalanin ist beliebt, weil es leistungssteigernde und stimmungsfördernde Eigenschaften besitzt. Gerade im Sport soll es die Motivation und mentale Stärke unterstützen. Allerdings enthalten die meisten Nahrungsergänzungen DL-Phenylalanin. Dein Körper kann jedoch nur das natürliche L-Phenylalanin zur Eiweissproduktion und Hormonsynthese nutzen. Das D-Phenylalanin scheidest zu wieder aus. Daher gilt auch beim Sport: Nichts geht über eine ausgewogene Ernährung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Proteinen. Eine optimale Regeneration ergänzt dein gesundheitsbewusstes Verhalten.

Welche Lebensmittel enthalten Phenylalanin?

Den Eiweiss-Baustein Phenylalanin findest du in allen eiweissreichen Lebensmitteln wie

  • Fisch und Meeresfrüchte, vor allem Thunfisch, Forelle, Scampi
  • Fleisch, insbesondere Rind
  • Gemüse (Tomaten, Karotten)
  • Hülsenfrüchte (Erbsen, Linsen, Sojabohnen)
  • Milchprodukte (Käse, Quark)
  • Nüsse, Saaten (Kürbiskerne)
  • Vollkornprodukte (Haferflocken)

Wozu führt die veränderte Genstruktur bei der Phenylketonurie?

Störungen in der Genstruktur können zu Phenylketonurie (PKU) führen. Dabei kann der Körper Phenylalanin nicht abbauen und kein Tyrosin herstellen, weil ihm das Enzym Phenylalaninhydroxylase (PAH) fehlt. Die Phenylketonurie ist eine erblich bedingte Funktionsstörung im Eiweissstoffwechsel, die zu ernsten Gehirnschäden führen kann. Sie tritt als klassische PKU (Enzym PAH arbeitet gar nicht) oder Hyperphenylalaninämie (milde PKU, Enzym PAH arbeitet nicht ausreichend) auf. Der Arzt diagnostiziert die Krankheit bereits beim Neugeborenenscreening. Bliebe sie unbehandelt, käme es nach etwa drei Monaten zu einer Gedeihstörung (der motorischen und geistigen Entwicklung). Auffällig ist der Uringeruch durch die Phenylessigsäure. Bei Jugendlichen äussert sich die PKU vor allem durch Konzentrationsstörungen. Die am häufigsten eingesetzte Behandlung ist eine strikte Diät, die aus Gemüse, Obst und Spezialnahrung besteht. Betroffene müssen dabei immer das Etikett bei Light-Produkten im Auge haben. Sind sie mit Aspartam gesüsst, das aus Phenylalanin besteht, warnt der Hinweis „enthält eine Phenylalaninquelle“. Halten sich die Kinder und Jugendlichen an die Vorgaben, entwickeln sie sich körperlich und seelisch gesund. Die Forschung arbeitet daran, eine medikamentöse Alternative zu finden. Der Wirkstoff Sapropterin könnte den Defekt kompensieren. Bislang spricht jedoch nur ein Drittel der Betroffenen darauf an. Bis es eine Erleichterung für die Patienten gibt, müssen sie sich daher eiweissreduziert ernähren. Das erfordert eine enorme Disziplin: In fast allen Nahrungsmitteln ist Phenylalanin enthalten. Schon geringe Mengen können für den Körper schädlich sein. PKU in der Schweiz gar nicht so selten. Etwa jeder siebzigste Einwohner leider darunter.

Das könnte dich auch interessieren

Parenterale Ernährung: hilfreiche Ernährungstherapie für kritisch Kranke

Essen ist erstens notwendig, um die nötigen Nährstoffe aufzunehmen. Und zweitens ist die Nahrungsaufnahme für viele Menschen ein Genuss. Die meisten von uns nehmen ihre Nahrung mehr oder weniger unproblematisch zu sich. Wenn jedoch das Essen wegen einer Krankheit nicht mehr möglich ist, gar Darm und Magen nicht mehr funktionieren, dann ist medizinische Hilfe nötig. Die Ernährungstherapie der parenteralen Ernährung ist eine solche Hilfestellung. Wir schauen uns die wichtigsten Fragen rund um die Verabreichung nötiger Nährstoffe per Infusion an.

Ausgewogene Ernährung: Worauf kommt es dabei an?

Einen gesunden Lebensstil zum Vorteil der Gesundheit und des eigenen Wohlbefindens, das streben viele Menschen an. Dazu zählt neben Bewegung und gutem Stressmanagement vor allem eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung. Hierbei ist weniger der Kalorienbedarf entscheidend, als viel mehr das richtige Verhältnis von Kohlenhydraten, Fetten, Eiweissen, Vitaminen und anderen Nährstoffen. Worauf du bei einer ausgewogenen Ernährung achten solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist Denaturierung und welche Auswirkungen hat sie auf uns?

Die Denaturierung ist einer der wichtigsten biochemischen Prozesse, der uns beim Kochen, in unserem Körper, bei der Untersuchung unserer DNA und sogar beim Frisör begegnet. Dabei handelt es sich um strukturelle Veränderungen, die vor allem Proteine und DNA-Moleküle betrifft. Ausgelöst wird eine Denaturierung von verschiedenen äusseren Einflüssen. In vielen Fällen kann sie nicht wieder rückgängig gemacht oder renaturiert werden. Je nachdem, wo uns eine Denaturierung begegnet, kann der Vorgang entweder sehr nützlich und gewollt, aber auch gefährlich für unsere Gesundheit sein.

Abnehmen mit Hypnose – funktioniert das wirklich?

Übergewicht ist in der heutigen Gesellschaft ein zunehmendes Problem. Viele Menschen versuchen deshalb mit einer Diät abzunehmen. Doch sehr oft scheitert der Versuch, Gewicht zu verlieren oder der Erfolg hält nicht sehr lange an. Selbst wenn eine Diät erfolgreich ist und die Waage einige Kilo weniger anzeigt, nehmen viele Menschen nach der Gewichtsreduktion rasch wieder zu und wiegen danach nicht selten noch mehr als vor der Diät. Eine ganz andere Art des Abnehmens ist die Hypnosetherapie. Was man darunter versteht und ob diese Methode tatsächlich funktioniert, erfährst du in unserem Artikel.

Glykogen – Aufbau und Abbau der Glukose-Speicherform

Glykogen ist die Speicherform der Glukose im menschlichen und tierischen Körper. Glykogen-Reserven befinden sich hauptsächlich in der Leber und der Skelettmuskulatur. Dort werden sie zur Energiegewinnung genutzt, zur Aufrechterhaltung des Blutzuckerspiegels sowie zur Regulation der Körpertemperatur. Synthese und Abbau des Glykogens sind hormonell reguliert. Die folgenden Abschnitte erklären die Biochemie und Funktion des Glykogens. Zudem erfährst du, welchen Einfluss die Ernährung auf die Glykogen-Speicher hat.

Hashimoto Ernährung: Diese Ernährungsweise hilft bei der Schilddrüsenerkrankung

Die Hashimoto-Ernährung ist eine Ernährungsform, die bei der Hashimoto-Thyreoiditis Linderung verspricht. Durch eine gesunde Ernährung und die Aufnahme bestimmter Lebensmittel lässt sich der Krankheitsverlauf verlangsamen oder aufhalten. Das Prinzip ist die Entlastung des Darms und die Verminderung der Entzündung, die nach und nach das Schilddrüsengewebe zerstört. Werden nicht mehr genügend Schilddrüsenhormone produziert, kommt es zur Schilddrüsenunterfunktion. Hier erfährst du, welche Symptome bei Hashimoto auftreten, wie die Schilddrüsenerkrankung behandelt wird und welche Ernährung die Therapie unterstützt.